Evangelium und Gedanken zum Dreifaltigkeitsfest

Evangelium

Ja, so geliebt hat Gott die Welt,
dass er den einzigen Sohn gegeben hat,
damit jeder, der an ihn glaubt,
nicht zugrunde gehe,
sondern unendliches Leben habe.

Denn nicht dazu sandte Gott den Sohn in die Welt,
dass er die Welt richte,
sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet.
Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet,
weil er nicht glaubend geworden
an den Namen des einzigen Sohnes Gottes.

Johannes 3,16-18

Gedanken

Gottes Dreifaltigkeit – unsere Geschwisterlichkeit

Den Atlas kann ich zur Hand nehmen oder die Weltkugel abtasten: Überall, wo jemals Menschen lebten, ist die Idee von Gott aufgekommen.

Ob das nun die vielen Götter der Heiden waren oder der Urgrund, in den sich ein Buddhist hinein versinkt.

Ob der Bundesgott um ich eifert, auf dass ich die Zehn Gebote halte, getreu wie ein Jude auch.

Ob ich Gott als Herrscher anbete, indem ich wie ein Muslim meine Stirn an die Erde schmiege.

Mit Muslimen und Juden verbindet mich der Glaube an den EINEN Gott.

Als Christ darf ich Gott vertrauensvoll duzen. Denn Gott zeigt sich mir als liebevoller Vater, als lebenspendende Heilige Geistin, als Menschenbruder Jesus Christus.

So bin ich allen Drei geistig, seelisch und körperlich verwandt.
So bin ich allen, denen Jesus Christus Bruder ist, geschwisterlich verbunden.

Das Fest der Dreifaltigkeit ist die Einladung, sich auf das gemeinsame Erbe zu besinnen, sich nicht um das Erbe zu streiten, sondern diese Gabe wertzuschätzen und zu bewahren.

Es ist die Einladung, jede Gelegenheit zu nutzen, sich mit den Geschwistern zu treffen, an einen Tisch zu sitzen, das Leben im Wort und im Mahl zu feiern.

Stefan Spitznagel