Mit einem Bekannten stand ich neulich vor der Trauerfeier an der Urne seiner Mutter.
Nach einer Weile fragte er mich: „Ist das alles, was von ihr bleibt?“
Ich habe ihn dann gefragt: „Hat Dich Deine Mutter geliebt? – Und hast Du sie geliebt?“
Das bleibt.
Was an Liebe da war und da ist, das bleibt.
Und was keine Liebe war und auch jetzt keine Liebe ist, das können wir getrost lassen.
Lassen heißt, loslassen, hinter uns lassen, Gott überlassen.
Ist das zu billig, machen wir es uns damit zu einfach?
Ich glaube nicht.
Das Nichtgelungene, das Versäumte, das Verletzende und vielleicht Zerstörerische, können wir nicht mehr ändern.
Dem noch eine Zeit lang nachzuhängen, kann uns helfen, es nochmal in Ruhe anzuschauen. Die Erkenntnisse aus dem Anschauen können unsere künftigen Haltungen und Handlungen mitprägen.
Es darf da sein und doch sollte es uns nicht mehr beherrschen.
Wir brauchen es nicht verneinen und auch nicht schönreden.
Es gehört zu unserem Leben, zu unserer Beziehung, deshalb gebe ich ihm einen Platz, in einer Art Abstellraum.